Über 70 Teilnehmer beim Expertentag!

Der Verein für Ökologie und Umweltforschung lud zum Expertentag. Diesjähriges Thema: „Schwall und Sunk“. Die Veranstaltung im niederösterreichischen Lunz am See wurde von 60 Besuchern und 14 Vortragenden besucht.

Das Thema Schwall und Sunk, also das Ansteigen und Absinken von Wasserständen in Alpenflüssen und deren Auswirkungen auf die Umwelt, bot eine facettenreiche Diskussion und eine gute Zusammenschau über den aktuellen Wissensstand. Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz erörterten die ökologischen, technischen und energiewirtschaftlichen Aspekte.

Dr. Veronika Koller-Kreimel vom Lebensministerium stellte die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie auf die Sanierung von Oberflächengewässern dar. Von Prof. Dr. Stefan Schmutz von der Universität für Bodenkultur in Wien (Boku) wurde die Reaktion von Fischen anhand von Freiland-Daten vorgestellt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Besichtigung der Lunzer Versuchsanlage „HyTEC“ (Hydromorphology and Temperature Experimental Channel). Hier werden Experimente durchgeführt, um die Reaktion von Wasserorganismen auf Schwall- und Sunkphänomene zu erarbeiten.

Die Anlage besteht aus zwei Rinnen, die jeweils 40 m lang und 6 m breit sind. HyTEC ist die größte Versuchsanlage dieser Art in Europa. DI Bernhard Zeiringer von der Boku fasste die Ergebnisse der ersten 3 Betriebsjahre dieser Anlage zusammen: Im Rahmen eines Forschungsprojekts konnte unter anderem gezeigt werden, dass beispielsweise die Bachforelle sensibler auf Schwallereignisse reagiert als die Äsche.

Die neuesten Forschungsergebnisse werden in den kommenden Jahren Gesetzgeber, Wasserkraftbetreiber und Ökologen geleichermaßen beschäftigen. Ein enges interdisziplinäres Zusammenspiel zwischen Ökologie, Ökonomie und Forschung ist weiterhin von großer Bedeutung und wie die VÖU-Veranstaltung zeigte von sehr großem Interesse.

2014-05-20_Expertentag Lunz am See
Die Versuchsanlage HyTEC in Lunz am See